Google mag Sie nicht? Schreiben Sie Texte, die Google mag

Erfolgreiches Suchmaschinen-Marketing ist kein Buch mit sieben Siegeln, verfasst im Silicon Valley. Der berühmte Google-Algorithmus, der die Rankingposition festlegt, folgt im Grunde einigen simplen Regeln. Eine der wichtigsten: suchmaschinengerechter Text auf Ihrer Website.

Wissen Sie, was Meta-Descriptions bedeutet? Oder Hot-Linking? Vielleicht haben Sie den Begriff Keyword-Stuffing schon einmal irgendwo gelesen? Oder eine Kaltakquise-Anruferin aus Hongkong hat Ihnen mit honigsüßer Stimme klar gemacht, dass es sich bei diesen Begriffen um absolutes Google-Geheimwissen handelt. Von diesem Geheimwissen könnten Sie – exklusiv – profitieren und sich einen Spitzenplatz bei Google sichern. Vorausgesetzt, Sie leisten umgehend eine Vorauszahlung auf ein Bank-konto auf den Bahamas. Das haben Sie natürlich nicht gemacht, solche Tricks bringen Sie nicht aus der Ruhe. Im Übrigen: Bei den genannten Begriffen handelt es sich um Fachausdrücke aus der Praxis von Suchmaschinenprofis. Sie müssen diese nicht kennen.

Erfolg mit der COLT-Formel

Trotzdem bleibt eine wichtige Frage im Raum stehen: Wie schaffen es Unternehmen – vielleicht sogar Ihre Konkurrenz, dass Google sie mag, sie also dauerhaft in den Top 10 bis Top 15 platziert sind. Jedes Internet-erfahrene Unternehmen weiß: Nur wer oben steht, wird angeklickt. Und gewinnt Monat für Monat neue Kunden, fast schon „zum Nulltarif“, wenn die Ranking-Positionen in den organischen Suchergebnissen von Google erlangt wurden. Denn dafür verlangt Google – im Gegensatz zu den Adwords-Positionen – kein Geld. Ein Grund mehr, sich um solche Spitzenplätze im Google-Ranking zu bemühen. Am besten funktioniert das mit der COLT-Formel. Sie beschreibt vier Komponenten, die zu dauerhaft guten Platzierungen in Google führen:

C = Content: guter und informativer Text, in dem vorher definierte Suchbegriffe enthalten sind

O = Optimization: zeitgemäße technische Aufbereitung der Website nach Google-Kriterien (unter anderem Geschwindigkeit, Navigation sowie Mobilfähigkeit der Website)

L = Links: logische interne Verlinkung sowie Aufbau einer Linkstruktur aus externen Links und Empfehlungslinks

T = Time: Google benötigt Zeit um die Wichtigkeit oder auch Seriosität einer Website zu erkennen und sie entsprechend zu platzieren.

Klingen diese Kriterien für Sie logisch und plausibel? Antwort: Sie sind es auch! Irgendwelche Geheimtipps aus diversen SEO-Alchimisten­kellern (SEO = Search Engine Optimization) lassen wir dort schmoren. Weil sie nicht relevant sind und bei Anwendung bestenfalls dazu führen, dass Ihre Website von Google abgestraft wird.

Content is King! So formulierte es treffend vor einiger Zeit einer der weltweit größten SEO-Dienstleister. Dieser Artikel beschäftigt sich deshalb explizit mit dem Thema „Texte für Websites“. Die anderen Punkte gemäß der COLT-Formel werden im folgenden Blog behandelt. So entsteht ein Gesamtbild aller notwendigen SEO-Maßnahmen, die zu einer dauerhaft guten Platzierung in den organischen (unbezahlten) Suchergebnissen bei Google und anderen Suchdiensten führen.

Erster Schritt: Keywords festlegen

Wissen Sie genau, mit welchen Keywords, also Suchbegriffen oder Suchwort-Kombinationen, Sie im Internet gesucht und (hoffentlich) entdeckt werden? Antwort: Sie wissen es nicht exakt, weil auch Sie gegen das bekannte Phänomen „Betriebsblindheit“ nicht gefeit sind. Da gute Internettexte immer aus einer gekonnten Mischung verkaufsaktiver Formulierungen und Keywords bestehen, sollten Sie zunächst alle für Ihr Unternehmen beziehungsweise Ihr Angebot relevanten Keywords definieren. Folgende Vorgehensweise ist dabei sinnvoll:

  1. Sammeln Sie in einem internen Workshop alle Keywords, die Ihren Mitarbeitern einfallen. Fragen Sie dabei gezielt nach allgemeinen Begriffen, die Ihre Kunden verwenden. Fragen Sie auch branchenfremde Personen (Freunde, Bekannte) nach Schlüsselbegriffen. 
  2. Überprüfen Sie die gewählten Suchwörter mittels einer Keyword-Recherche durch Google. Dazu müssen Sie bei Google einen Adwords-Account eröffnen. Ein Auftrag an Google ist damit nicht verbunden, die Benützung dieses Tools ist also letztlich kostenlos.
  3. Schauen Sie jetzt, welche Schlüsselwörter Ihre Mitbewerber schon belegt haben und in welchem Umfeld (= Konkurrenz im Netz) sich Ihre Keywords befinden. Beispiel: Ein Keyword in einem starken Konkurrenzumfeld sollten Sie aussortieren, weil die Platzierungschancen in diesem Falle sehr gering sind. Auf Basis dieses Gesamtüberblicks sortieren Sie nun die unpassenden Keywords aus. Dabei gilt folgender Grundsatz: Egal, wie viel Keywords am Ende übrig bleiben, es können nie zu viele sein.
Zweiter Schritt: Nutzen definieren 

Menschen lesen nur, was sie interessiert – manchmal ist das auch ein Werbetext. Für Internettexte gelten zunächst die gleichen Regeln, die für wirksame Werbetexte auch gelten: Ist der Text langweilig, unlogisch oder schrammt er gar am Thema vorbei, so reagiert das Gehirn des Lesers mit Verweigerung. Und wenn im Text relevante Nutzenaussagen fehlen, so fällt der Text ins Bermuda-Dreieck. Denn der Mensch sucht in jeder Werbe-Botschaft ausschließlich Vorteile, die geeignet sind, sein Belohnungssystem im Gehirn zu aktivieren. Im Klartext: Formulierungen wie „Wir sind für Sie da“, „Herzlich willkommen“, „Unser Sortiment“, „Das müssen Sie gesehen haben“, etc., etc., etc., sind aus Sicht des Lesers keine Belohnungen; ihre Chance, mit solchen Floskeln in das Gehirn des Interessenten einzudringen und eine Reaktion auszulösen, ist gleich Null.

Definieren Sie deshalb ganz konkret den Nutzen, den Sie dem Besucher Ihrer Website bieten.

Dritter Schritt: Die Mischung

Jetzt geht es darum, den Nutzen möglichst interessant – aus Kundensicht! – in Worte zu packen und gekonnt mit den Keywords zu mixen. Hierfür habe ich Ihnen einige Beispiele zusammengestellt, wie Internettexte geschrieben und aufbereitet werden sollten. Wichtig ist dabei: Die Headline (H1) enthält das wichtigste Keyword, die Keyword-Dichte ( = Prozentsatz Keywords zum übrigen Inhalt) sollte nicht mehr als fünf Prozent des gesamten Textes ausmachen Und wer jetzt denkt, man sollte auf eine Website möglichst viele Keywords schreiben, damit die Relevanz bei Google steigt, dem sei geraten: Tun Sie es nicht. Verteilen Sie Ihre Keywords vielmehr so, dass jeweils zwei bis drei auf einer Seite stehen. Google beschäftigt die besten Programmierer der Welt und lässt sich nicht überlisten.

 

Schlusswort: Damit Sie mit Ihrer Internetpräsenz maximalen Erfolg haben, braucht es jedoch mehr als einen internetgerechten Text. Natürlich muss Ihre Website durch ein ansprechendes Design überzeugen. Auch für Internetauftritte gilt: sie sind ein wichtiger Bestandteil eines stimmigen Marketingkonzeptes. Für viele KMU’s ist das Internet seit langem Basismedium; Grund genug, seiner Internetstrategie höchste Priorität zu schenken!

 

Sebastian G. Renner

 

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